Reutlinger Stadtverkehr

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Der Reutlinger Stadtverkehr blickt auf eine lange Geschichte zurück und zeigt in deren Verlauf, dass die Zusammenarbeit zwischen Stadt/Verwaltung und privatem Unternehmen durchaus erfolgreich verlaufen kann. Auch wenn es in der Vergangenheit nicht immer gute Entscheidungen gab.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Die Anfänge

Seinen Anfang fand der Reutlinger Stadtverkehr noch im Jahre 1899 mit der Lokalbahn zwischen Eningen und Reutlingen. Diese wurde mit der Zeit immer weiter ausgebaut und elektrifiziert. Diese Straßenbahn verband fast die ganze Stadt miteinander und hatte auch ihre Anbindung nach Eningen und Pfullingen.
Erst 1944 gingen auch die letzten Teile der Straßenbahn in das Eigentum der Stadt über und wurden von den Stadtwerken verwaltet.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges, wuchs die Stadt schneller und man suchte nach Möglichkeiten die neuen Gebiete an die Stadt anzubinden. Der Bau neuer Straßenbahnlinien erwieß sich zu jener Zeit als zu teuer und so kamen die ersten Omnibusse zum Einsatz. Dieser erste Omnibusverkehr wurde jedoch nicht von der Stadt bereit gestellt, sondern wurde in Zusammenarbiet mit der Firma Hogenmüller & Kull realisiert. Diese war bereits 1927 von Josef Hogenmüller gegründet worden und hatte bis dato nur Gelegenheitsverkehr durchgeführt und den Berufsverkehr nach Sickenhausen und Degerschlacht. 1949 kam der Berufsverkehr nach Sondelfingen und Ohmenhausen dazu.

Die erste offizielle Stadtomnibuslinie wurde am 1. April 1952 eingerichtet und führte vom äußeren Ringelbachgebiet über das Krankenhaus zum Karlsplatz und schließlich zur Behringstraße. Zwei Jahre später wurde die Linie auf die Burgholzsiedlung ausgedehnt. 1957 wurde dann das Neubaugebiet Voller Brunnen an das Omnibusnetz angeschlossen und 1961 folgte die Wildermuthsiedlung.
Orschel-Hagen erhielt als letzter Teilort Reutlingens noch eine Anbindung an die Straßenbahn im Jahr 1964. Alle weiteren Ortsteile und Baugebiete wurden nur noch mit Ominbussen angefahren.

Das Gutachten von Prof. Lambert aus dem Jahre 1965 versetzte dann der Straßenbahn den Todesstoß, denn laut dem Gutachten war ein gleichzeitiger Betrieb von Straßenbahn und Omnibusnetz nicht tragbar. Nach heutigem Stand der Dinge leider eine falsche Einschätzung, da die Stadt und die umliegenden Gemeinden von einem Straßenbahnnetz profitieren würden. Neue Gutachten bezeugen auch eine hohe Rentabilität eines solchen Straßenbahnnetzes. Ganz abgesehen von den Vorteilen für die Menschen und die Natur.

Auf Grundlage dieses Gutachtens begann man die Straßenbahnlinien eine nach der anderen einzustellen und durch Omnibuslinien zu ersetzen. Dabei stellte sich heraus, dass die Firma Hogenmüller & Kull nicht stark genug war um diese Aufgabe selber zu bewältigen. Jedoch hatte sich das Konzept und die Vorgehensweise der Firma als richtig und erfolgreich herausgestellt. So kam es dann am 1. Oktober 1969 zur Gründung einer gemeinschaftlichen Gesellschaft zwischen der Stadt Reutlingen und Hogenmüller & Kull. Diese neue Gesellschaft firmierte als RSV Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft mbH Hogenmüller & Kull Co. KG. Dabei Verteilen sich die Anteile wie folgt: Die Stadtwerke und die Anliegergemeinden der früheren Straßenbahn halten ein Drittel des Kapital. Die Familien Hogenmüller und Kull halten ebenfalls jeweils ein Drittel als Kommanditisten.

Die vollständige Umstellung auf Omnibusbetrieb erfolgte am 20. Oktober 1974.


[Bearbeiten] Heute

Heute besitzt die RSV über 80 Busse, die auf 11 Linien die Stadt und die umliegenden Gemeinden/Orte bedienen. Dabei wird eine Fläche von ca. 170 km² mit ca. 150.000 Einwohnern abgedeckt.
Neben der RSV selbst erbringen vier Subunternehmer mit rund 35 Linienbussen Fahrleistungen im Omnibusnetz: Omnibus Kurz (Pliezhausen), Hahn Reisen (Reutlingen), Lutz Reisen (Mittelstadt) und Steinmaier-Aberle (Pliezhausen-Rübgarten).


[Bearbeiten] eXpresso

Eines der erfolgreichsten Projekte der RSV ist der eXpresso.
Dieser Schnellbus fährt von Pfullingen, über Reutlingen und ein paar anderen Gemeinden direkt zum Flughafen Stuttgart und stellt eine bequeme und schnelle Alternative zum Taxi oder der Bahn dar. Diese schnelle direkte Linie erfreut sich eines hohen Zuspruches.

Genauere Informationen und Fahrpläne des eXpresso findet man hier.


[Bearbeiten] Nachtbus

Der Nachtbus oder auch Nightline ist eine lang erkämpfte Sonderregelung. Diese Busse verkehren auf 9 Linien am Wochenende und am Vorabend von Feiertagen in der Zeit von 0 Uhr bis 3 Uhr Morgens.
Insbesondere der Jugendgemeinderat machte sich für diese Einrichtung stark, um den Jugendlichen einen Mehrwert an Sicherheit zu bieten.

Genauere Informationen und Fahrpläne findet man auf einer eigenen Seite: www.rsv-nightline.de.


[Bearbeiten] RSV-Netz

Das RSV-Netz besteht aus insgesamt 11 Linien:

Linie 1 Orschel-Hagen - Eningen
Linie 2 Betzingen/Wildermuth - Pfullingen/Ahlsberg
Linie 3 Stadtmitte - Pliezhausen/Walddorfhäslach/Rübgarten
Linie 31 Stadtmitte - Altenburg - Rübgarten/Pliezhausen
Linie 4 Orschel-Hagen - Hohbuch/Hochschulen
Linie 5 Unter den Linden/Hbf - Bronnweiler/Gönningen
Linie 6 Stadtmitte - Mittelstadt
Linie 7 Efeu - Ohmenhausen
Linie 8 Burgholz - Stadtmitte - Klinikum - Markwasen
Linie 81 Stadtmitte - Ringelbachstraße - Markwasen
Linie 9 Stadtmitte - Degerschlacht - Sickenhausen - Altenburg
Linie 10 Unter den Linden/Hbf - Betzingen/Industriegebiet West
Linie 11 Hohbuch - Betzenried - Südbahnhof

Die genauen Angaben der Haltestellen und die Fahrpläne online bzw. als Download fürs Handy findet man auf folgender Seite:
Fahrpläne


[Bearbeiten] Links

Seite der RSV
Artikel zum 40jährigen bei Reutlingen.de

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