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Knud Knudsen

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Knud Knudsen (geboren 3. Januar 1832 in Odda, Norwegen; gestorben 21. Mai 1915 in Bergen, Norwegen) wurde zunächst als Pomologe bekannt, seine anschließende Tätigkeit als Fotograf bewirkte eine über Norwegen hinausreichende künstlerische Bedeutung seiner Person.

Knudsen schuf während seines sechs Monate langen Weiterbildungs-Aufenthalts am pomologischen Institut in Reutlingen im Jahr 1862 die ersten fotografischen Panoramen und Straßenszenen der Stadt - viele davon im zu der Zeit modernen stereoskopischen Verfahren.

In der Fotografie des 19. Jahrhunderts hatte er sich, ausgehend von seinen ersten semi-professionellen Erfahrungen in den Staaten des damaligen Deutschen Bundes (darunter insbesondere Reutlingens im Königreich Württemberg) vor allem der Landschaftsfotografie zugewandt.

Seine späteren Aufnahmen waren oft verbunden mit Motiven, in denen er die traditionellen Sitten und Gebräuche der Bevölkerung seines Herkunftslandes dokumentierte. Eines seiner Spezialgebiete war die Stereoskopie, mittels der er bei seinen Bildern einen Effekt des räumlichen Sehens erzeugte. Knudsen gilt seit seiner Reutlinger Zeit als einer der bedeutendsten skandinavischen Fotopioniere, der die Vorstellungen von den skandinavischen Landschaften, insbesondere denjenigen Norwegens prägte.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Knud Knudsen war der Sohn eines Lebensmittelhändlers. Die Familie bewirtschaftete in Hardanger, einer Region im Südwesten der norwegischen Provinz Hordaland auch einen landwirtschaftlichen Betrieb.

Neben einer kaufmännischen Lehre in der Provinzhauptstadt Bergen absolvierte er zunächst eine Korbmacherausbildung, bevor in ihm das Interesse am Obstbau aufkam.

Bei Besuchen auf dem elterlichen Hof am Hardangerfjord gründete Knudsen dort eine der ersten Baumschulen Norwegens, in der er ausländische Obstsorten anbaute, und als Erster den Hardanger-Apfel, eine der heute bekanntesten norwegischen Apfelsorten züchtete. Bei einer Obstausstellung 1860 in Bergen erhielt Knudsen den Preis für die größte Sortenvielfalt.

Finanziert durch ein Auslandsstipendium des norwegischen Staates reiste er 1862 ins Königreich Württemberg nach Reutlingen. Im dortigen pomologischen Institut, einem der damals bedeutendsten Obstbauinstitute Europas, bildete er sich sechs Monate lang weiter.

Um seine Reise durch die Staaten des Deutschen Bundes zu dokumentieren, hatte sich Knudsen eine Fotoausrüstung angeschafft, die er in seiner Freizeit nutzte, um Stadt- und Landschaftsbilder – zum Teil in stereoskopischem Verfahren - festzuhalten. Die dabei entstandenen Aufnahmen zählen heute zu den ältesten historischen Fotografien der von Knudsen bereisten Städte - eben auch Reutlingens - zumal bezüglich der stereoskopischen Darstellung.

Nach der Rückkehr von seiner pomologischen Weiterbildung in Reutlingen vernachlässigte Knudsen zusehends den Obstbau, und wandte sich in der Folge ganz der Fotografie, speziell der Landschaftsfotografie zu. Er eröffnete 1864 ein Fotoatelier in Bergen. Die Gründe für die Beendigung seiner pomologischen Laufbahn sind bis heute nicht geklärt. Vermutet werden fehlende Erfolgserlebnisse aufgrund zweier schlechter Erntejahre nacheinander.

Gleichwohl war Knudsen auch als Fotograf sehr erfolgreich. Er bereiste nahezu alle Regionen Norwegens, und war der Erste, der insbesondere die Landschaften seines Heimatstaates systematisch auf Fotografien festhielt.

[Bearbeiten] Nachwirkung, Rezeption

Knud Knudsens fotografischer Nachlass, der zum größten Teil in der Universitätsbibliothek von Bergen archiviert ist, enthält etwa 16.000 Bilder, von denen viele als Stereoskopien vorliegen.

Die Stadt Reutlingen, in der Knudsens fotografische Laufbahn im Grunde begann, holte 1997 wesentliche Reutlinger Stadtfotografien als Leihgabe in den frühen Wirkungsort des Fotopioniers, und präsentierte die entsprechenden Werke, die zu den ältesten fotografischen Zeugnissen des historischen Stadtbilds gehören, in einer Sonderausstellung des Heimatmuseums (Weblink: „Reise nach Reutlingen 1862 - Steroskopbilder des norwegischen Fotografen Knud Knudsen“; Sonderausstellung des Reutlinger Heimatmuseums vom 13. Dezember 1997 bis 3. August 1998)

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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