Hermann-Kurz-Schule

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Die Hermann-Kurz-Schule ist eine Grund- und Hauptschule mit angeschlossener Werk-Realschule in einem schönen alten Schulgebäude. Mitten im Stadtteil Tübinger Vorstadt gelegen, hat sie Eingänge von der Gminderstraße und der Fizionstraße aus. In Richtung Norden begrenzt die Benzstraße das Gelände, Richtung Westen liegt die Christuskirche. Benannt ist die Schule nach dem Dichter Hermann Kurz, abgekürzt wird sie mit HKS.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aktuelles

[Bearbeiten] Meinung der Schüler beim wechseln der Schule

Sehr viele Werkreal-Schüler waren sehr sehr traurig, dass sie von der Hermann-Kurz-Schule gehen mussten. Jetzt sind sie in den Schulen Hoffmannschule und Matthäus-Beger-Schule verteilt.


[Bearbeiten] Blick von Oben

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[Bearbeiten] Schulreform

Im Augenblick (2009) wird an einer Schulreform gearbeitet, die in erster Linie alle Hauptschulen betrifft.

In einfachen Worten sieht die Reform folgendes vor:
Die bisherige Hauptschule soll, soweit dies möglich ist, in eine Werkrealschule umgewandelt werden. Mit diesem Schritt möchte man weitestgehend alle Hauptschulen in absehbarer Zeit abschaffen.

Der Hauptunterschied zwischen einer Werkrealschule und einer klassischen Realschule ist, dass bei der Werkrealschule keine Wahlfächer freistehen, sondern es kommt nur das Fach Werken hinzu. In der klassischen Realschule hat man in der Regel die Wahl zwischen Werken (Technik), Hauswirtschaft und einer weiteren Fremdsprache.

Diese Reform sieht nun vor, dass die Hermann-Kurz-Schule zu einer reinen Grund- und Hauptschule reduziert wird. Die Hauptschüler sollen dann in die Matthäus-Beger-Schule wechseln, die zu einer Werkrealschule umgewandelt wird.

Das Hauptproblem dabei ist, dass in den letzten Jahren sehr viel in den Stadtteil Tübinger Vorstadt investiert wurde. Dabei spielte die Hermann-Kurz-Schule zum Teil eine sehr zentrale Rolle und war oft Bindeglied für die Jugendlichen und die alle anderen Organisationen. Sollte nun die Hauptschule verschwinden aus dem Stadtteil, würde das viele der bisher getätigten Investitionen und Bemühungen zunichte machen. Der Erhalt der Hauptschule an der Hermann-Kurz-Schule ist auch bei der Integration ein wichtiger Punkt.

Es gibt viele Vorteile für den Erhalt der Hauptschule und nur Nachteile sollte sie verschwinden.

Im Augenblick steht noch keine endgültige Entscheidung fest, da sich sowohl der Elternbeirat als auch weitere Institutionen gegen dieses Vorgehen aussprechen und auch bereits mit der Stadt und dem Oberschulamt in Tübingen in Verhandlung sind.


[Bearbeiten] Ganztagsschule

Seit dem Schuhljahr 2009/2010 bietet die Hermann-Kurz-Schule die Ganztagsbetreuung an. Fast ein Jahr benötigten die Vorbereitungen dazu.

[Bearbeiten] Geschichte der Schule

Die 1911 gebaute Hermann-Kurz-Schule ist ein den Stadtteil prägendes Gebäude und kann über die langen Jahre hinweg wohl mit Recht als das “lebendige und immer junge“ Zentrum der Tübinger Vorstadt bezeichnet werden.

[Bearbeiten] Standortwahl

Welche Gründe damals zu der Standortwahl in der Vorstadt geführt haben, ist leider den damaligen Zeitungsartikeln nicht zu entnehmen. Ein Stadtplan aus dem Jahr 1911 zeigt jedenfalls rund um das geplante Schulgrundstück eine noch sehr lückenhafte Bebauung.
Wahrscheinlich spielten neben den nahen Fabriken (Emil Adolff, Gminder, u.a.) auch die 1907 erfolgte Eingemeindung von Betzingen und die Elektrifizierung der vorher als Dampfbahn betriebenen Straßenbahnverbindung Eningen-Reutlingen-Betzingen eine Rolle. Die Tübinger Vorstadt war damit für weitere Wohn- und Gewerbeansiedlungen noch attraktiver geworden, gut erschlossen und altstadtnah, ein Stadtteil mit Zukunftspotenzial. Der Stadtplan von 1911 deutet jedenfalls schon das vollständige Straßennetz der Vorstadt an.

[Bearbeiten] Bauzeit und Namenswahl

Mit dem Bau hatte man es jedenfalls sehr eilig. 1911 wurde das Baugesuch gestellt mit der Bitte um zügige Bearbeitung, da die Schule bereits im Frühjahr 1913 bezogen werden sollte. Und dieses Ziel konnte auch erreicht werden: schon am 1. Mai 1913 wurde der Neubau als Sammelschule seiner Bestimmung übergeben. Am 28. Oktober 1913 beschloss der Ortsschulrat die Namensgebung zu Ehren des 100. Geburtstags des am 30. November 1813 in Reutlingen geborenen Dichters Hermann Kurz.

[Bearbeiten] Gebäude, Architektur, Ausstattung

Für die damalige Zeit waren Größe, Anlage und Ausstattung des Schulgebäudes sowie die pädagogische Konzeption als sehr modern und richtungsweisend einzustufen.

Unter der Leitung des Architekten und Stadtbauinspektors Adolf Kober entstand, ein die Gegend dominierendes, aber sehr harmonisch wirkendes viergeschossiges Gebäude. Die Fassadenflächen sind durch regelmäßig angeordnete Fensterbänder gegliedert, so dass die 22 Klassenräume von Licht durchflutet werden und weit geöffnet wirken: “Die Aussicht, die man vom Gebäude hat, ist geeignet, den Geist frei zu machen, schweift doch der Blick ungehindert über die ganze Albkette“; (Zitat aus dem General-Anzeiger vom 2. April 1913: Die neue Sammelschule in Reutlingen).

Schon damals waren die Turnhalle und der große Schulhof mit der Mauereinfassung Bestandteil des Gebäudekomplexes. Im Außenbereich gab es außerdem weitere Spiel- und Turnplätze sowie einen Schulgarten.

In den großzügigen Treppenhäusern und Fluren fallen noch heute die schön gestalteten Wände mit Trinkgelegenheiten (Brunnen) sowie die bequemen Steinbänke auf. Im Erdgeschoss befand sich eine damals sehr modern ausgestattete Schulküche, die von der neu eingerichteten Kochschule genutzt wurde. Außerdem gab es dort ein Brausebad mit 24 Brausen.

Die überragende Modernität der Schule wurde jedoch ganz besonders in der technischen Ausstattung des Gebäudes sichtbar. So gab es z.B. in allen Räumen eine “Sommer-und Winterventilation“ (Klimaanlage). Geheizt wurde mit einer Zentralheizung, wobei die Temperaturen in den Klassenräumen auch einzeln überwacht werden konnten. Man muss auch über den Einbau einer biologischen Kläranlage staunen, die die Abwässer aus den automatisch gespülten Toiletten reinigte, bevor diese in die städtische Kanalisation geleitet wurden.

[Bearbeiten] Entwicklung bis heute

Viele dieser technischen Anlagen wurden inzwischen der heutigen Zeit angepasst und modernisiert, das mechanische Uhrwerk der alten Uhr im Hauptturm ist jedoch 1987 wieder in Gang gesetzt worden - eine gemeinsame Aktion von Techniklehrer, Hausmeister und Schülern hat dies ermöglicht.

Bereits knapp drei Jahre nach der Eröffnung erfolgte der erste tiefe Einschnitt im Leben der Schule: Ab Februar 1916 wurde das Schulgebäude für die Dauer des 1. Weltkriegs als Kaserne genutzt, die Turnhalle als Reservelazarett. Dieses Schicksal ereilte die Schule auch im 2. Weltkrieg.

Seit 1998 ist die Hermann-Kurz-Schule ein geschütztes Kulturdenkmal.

Quelle: Hugo Drachler u.a.: Hermann-Kurz-Schule, Festschrift zum Schuljubiläum 1913 - 1988; Hrsg. Hermann-Kurz-Schule Reutlingen, 1988.

[Bearbeiten] Weblinks

Link zur Webseite der Hermann-Kurz-Schule: www.hermann-kurz-schule.de

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